Presse zu "Soffis Krone"
- für Kinder ab 4 bis 2.Klasse (Kindergarten, Vorschule + Grundschule)

Wie die kleine Soffi über sich hinauswächst
Knapp 100 Besucher beim Kindertheater "Ypsilon"
Pettendorf -
Wut, gepaart mit Ohnmacht - wer kennt dieses beklemmende Gefühl nicht? Wenn selbst Erwachsene nur schwer
damit umgehen können, wie sollen dann erst Kinder mit diesen Empfindungen fertig werden? Darüber hat sich das
"Theater Ypsilon" aus Augsburg so seine Gedanken gemacht und den Konflikt, aber auch die Lösung,
in das Mut machende Kinderstück "Soffis Krone" gepackt.
Auf Initiative der Gemeindebücherei St. Margaretha und des Kreisjugendamtes gastierten Birke Lindner und Walter Brunner
mit ihren Sprechpuppen bereits zum zweiten Mal im Pettendorfer Pfarrsaal. Die beiden Akteure hauchen ihren Puppen, der
lebensgroßen Stoffpuppe Soffi, dem knuddeligen Bären Willi und der quirligen Anfägerhexe Wilma so überzeugend Leben ein,
dass ihre eigene Anwesenheit hinter den Figuren gar nicht mehr wahrgenommen wird. Aber die knapp 100 Kinder und Erwachsene im Pfarrsaal haben auch gar keine Zeit,
sich weiter mit Birke Lindner und
Walter Brunner zu beschäftigen. Schließlich hat Stoffpuppe Soffi ein Riesenproblem. Max, der im gleichen Haus wohnt,
hat einen Zacken aus ihrer Krone gebrochen, mit der sie so gerne Prinzessin spielt. Aus Angst vor weiteren Attacken und in
ohnmächtiger Wut flüchtet sie sich auf den Dachboden zu ihrem Schmusebär Willi.
Gemeinsam malen sich die beiden aus, wie sie den Unhold Max in eine schmackhafte "Wurst mit zwei Zipfeln"
verzaubern. In die Tat umsetzen soll diesen Wunsch die kleine Hexe Wilma, die aus Angst vor der Oberhexe und der Hexenprüfung
ebenfalls auf dem Dachboden gelandet ist.
Wie sich herausstellt, ist Wilmas Angst durchaus begründet. Denn ihre Versuche, den Bären Willi probeweise zu verwandeln,
scheitern kläglich. Doch als die schwarze Oberhexe auftaucht, vor der sich Wilma so fürchtet, wächst Soffi über sich hinaus.
Das kleine Mädchen tritt der Hexe furchtlos entgegen, verteidigt ihre neue Freundin Wilma und überzeugt die Oberhexe sogar
davon, dass Wilma sehr wohl eine richtige Hexe ist und auf dem Dachboden alle Anforderungen der Hexenprüfung
bestanden hat. Und wer sich selbst vor einer Oberhexe nicht fürchtet, der braucht auch keine Angst vor dem Nachbarsjungen
zu haben, das hat Soffi am Ende der einstündigen Vorstellung gelernt. An Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein gestärkt war
sie schließlich in der Lage, den Dachboden wieder zu verlassen. Und das unter dem Applaus der Kinder, die die Geschichte
von Anfang an gebannt verfolgten.
Claudia Kreissl, MZ

"Special Effects" statt Duzi-Duzi-Getue
Kindertheater "Soffis Krone" beeindruckte große und kleine Bürgerhaus-Besucher zugleich
Eching (zz) - Eine Szenerie, wie sie sich wohl jedes Kind in seinen Träumen
wünscht, brachte am Donnerstag nachmittag das "Theater Ypsilon" im Echinger
Bürgerhaus auf die Bühne. "Soffis Krone" hieß das Stück, das auf einem
abgeschiedenen Dachboden spielt, wo die lebensgroße Schaumstoffpuppe Soffi
und ihr kleiner Teddy Willi ihr eigenes phantastisches und phantasievolles
Reich haben. Gründerin des Theaters Birke Lindner und ihr Partner Walter
Brunner führten in ganz erstaunlicher Weise die Puppen, bewegten die Figuren
mit einer überaus realistischen Gestik und spielten mit einer solchen
Stimmen- und Geräuschevielfalt, daß nicht nur die kleinen Zuschauer völlig
gebannt des Geschehens harrten, sondern auch die Erwachsenen ihre helle
Freude an dem Stück hatten. Hinzukamen manche "special effects", die dem
jungen Publikum öfter ein erstauntes "Aaah" entlockten.
Dem schauspielerischen Können entsprach auch der Inhalt der 60minütigen
Handlung. Kein Kleinkinder-Duzi-Duzi-Getue und keine von flachen Witzen
lebende Geschichte wurde da auf die kleine Bühne gestellt, sondern eine
Geschichte, die von Phantasie, Spannung und Liebenswürdigkeit lebte. Soffis
Krone, mit der sie so gerne Prinzessin spielt, ist ihr von Max kaputtgemacht
worden, und zusammen mit ihrem Freund Willi ergehen sich die beiden in
überlegungen darüber, was man mit Max alles anstellen könnte.
Glücklicherweise kommt den beiden Dachbodenbewohnern die kleine Hexe Wilma
zu Hilfe, die ein bißchen an Pumuckl erinnert und kurz vor der großen
Hexenprüfung steht. Die geplante Verwandlung von Max in eine Wurst gelingt
zwar nicht, dafür aber muß Willi der Bär als Versuchsobjekt herhalten und
durchläuft eine mißglückte Verzauberung nach der anderen.
Am Ende freilich
wird alles wieder gut: Willi ist wieder ein Bär, Wilma hat ihre Prüfung
bestanden und Soffi geht auch wieder runter zu Max, der ihr jetzt "wurscht"
ist. Ohne jede Einschränkung also ein gelungener Nachmittag, bei dem die
20jährige Erfahrung von Birke Lindner im Spiel mit Figuren eindrucksvoll
zum Tragen kam. Noch größer wird die Anerkennung für die Leistung der beiden
Schauspieler dadurch, daß "Soffis Krone" wie auch alle anderen Stücke im
Programm von "Ypsilon" Eigenproduktionen sind. Hier spürt man das
pädagogische Einfühlungsvermögen Lindners, die sich ganz frei gemacht hat
von lehrerhaften Attitüden und das fördert, was für Kinder in diesem Alter
mit das Wichtigste ist: Phantasie und Kraft der Gedanken.
zz

Puppentheater zeigt die geheimen Kinderwünsche auf
WANGEN. Um die Wurscht und die Zacken von "Soffis Krone" ging es in dem
gleichnamigen Figurenstück, mit dem das Theater Ypsilon aus Augsburg am
Dienstag in der Bücherei im Kornhaus gastierte.
Die Möchtegern-Prinzessin
Soffi und Bär Willi haben sich auf dem Dachboden eingerichtet, doch nicht
etwa nur aus reiner Lebensfreude - nein, denn Max im Stockwerk darunter hat
Soffis Krone kaputt gemacht, und sie schwört erbitterte Rache, hinter der
erst einmal mehr Angst vor neuen Attentaten als rechte Wut zum Vorschein
kommt. "Wenn ich doch bloß zaubern könnte, dann würde aus Max einfach ein
früher oder später dahinschmelzender Schneemann, eine essbare Wurst mit zwei
Zipfeln oder ein dreckiger schwarzer Lappen werden". Das sind nicht nur
Kinder-Wunschgedanken zum Thema Konfliktbewältigung - diese Art von
Lösungsansätzen kann sich bis ins Erwachsenenalter fortsetzen und in mehr
oder weniger aussichtslosen Grabenkriegen enden.
Doch Soffi, die ihre Krone
schon über Bord geworfen hat, da sie ja doch nicht zaubern kann, bekommt
Hilfe. Wilma, eine weitere selbst hergestellte Handpuppe und zudem Hexe, ist
in die Krone geschlüpft, auf der Flucht vor der schwarzen Oberhexe.
Zähneklappernd rettet sich das kleine rothaarige Wesen auf die Wäscheleine,
in Allem und Nichts die tödliche Gefahr witternd. Birke Lindner, die als
Spielerin, Regisseurin und Stückeschreiberin 1983 das TheaterYpsilon
gründete, und Walter Brunner, der seit 1990 bei einigen Inszenierungen mit
dabei ist, hauchen den handgeführten Puppen Leben ein. Sie zeigen Wilma, die
von Soffi sofort zur großen Retterin erkoren wurde, anfangs als recht
hilflose, an den eigenen Künsten zweifelnde Hexe mit vielen "doch,abers...".
Ein Wort der Verunsicherung gibt dem nächsten seine Eigendynamik, solange
bis beide erkennen, dass ein Miteinander doch allemal noch der bessere Weg
ist, um aus dem Dilemma herauszukommen. Willi dient als Versuchskaninchen.
Bevor er die erwünschte Form einer Wurst annimmt, wird er abwechselnd zum
Winzling für die Hosentasche und zum felligen Luftballon. Das stellt Soffis
Geduld auf eine harte Vertrauensprobe in Wilmas Hexengeschick, und letztlich
ist sie es, die "aus Versehen" dreimal den Namen der bösen Oberhexe
ausspricht. Fehler macht eben jeder, die wiederum das Geschehen
vorantreiben.
So gelingt es der angstbesetzten Soffi, sich dem schwarzen
Stoffungeheuer - mit der beeindruckenden Mimik einer Wetterhexe - entgegen
zu stellen und es in die Flucht zu schlagen. Besiegt hat sie damit gleichsam
ihre Furcht vor Max, über die sie sich jetzt nur noch wundern kann. Wilma
fliegt am Ende der Geschichte statt auf einem Reisigbesen auf ihrem Quäkling
gen Heimat und Willi verwandelt sich mittels Kuss in seine alte Form. Das
Ausdrucks- und Sprachrepertoire dieses Figurenstücks will niemanden
belehren, sondern führt vor - ganz im Sinne von Bühnentheater.
Babette Caesar

Perfekte Illusion von Hexen auf dem Dachboden
Das Augsburger Theater "Ypsilon" begeistert die Buben und Mädchen im Bürgerhaus
Eching - Am Ende war die Illusion perfekt. "Es war eine Hexe da!", riefen die Buben und Mädchen am Donnerstag im Echinger Bürgerhaus, als sie nach der Vorstellung davon überzeugt werden sollten, daß alles nur Einbildung gewesen sei. Vorausgegangen war ein Puppenspiel der Extraklasse. "Soffis Krone", ein phantasievolles Pädagogenmärchen des Augsburger Theaters "Ypsilon", das Mut machen soll, konnte mit frechem Humor, pfiffigen Charakteren und Puppenspielern begeistern, die ihr Handwerk verstanden.
Dazu gehörte es,
trotz Bühnenpräsenz in der Vorstellungskraft der Zuschauer und hinter den
Puppen zu verschwinden. Eine Kunst, die Birke Lindner und ihr nicht minder
begabter Partner Walter Brunner perfekt zu beherrschen schienen. Wie sonst
hätte es möglich sein können, daß Soffi, ein Wesen aus Pappe, Stoff und
Schaumgummi, plötzlich quicklebendig und zu einem traurigen, aber auch
zornigen Mädchen wurde.
Schließlich hatte Max, das Scheusal von unten, ihr
einen Zacken aus der Krone gebrochen. Eine Prinzessin war Soffi ohnehin nur
auf dem Dachboden, wo sie sich regelmäßig mit dem Teddybären "Willi" auf
Abenteuer begab. Willi konnte natürlich sprechen, Kutsche fahren und
schmusen, aber leider nicht den Max verzaubern. Nichts wünschte sich Soffi jedoch mehr,
als es dem
Bösewicht endlich mal heimzuzahlen. Da tauchte die
kleine Hexe
"Wilma" auf. Auf der Flucht vor einerschwierigen
Hexenprüfung hatte sie sich auf Soffis Dachboden verirrt. Wenn
es Wilma nicht bald gelingen würde, etwas völlig Neues zu zaubern, hätte sie
auf ewig der garstigen Oberhexe "Olomol" zu dienen. Da traf es sich gut, daß
im Hexenreich niemand weiß, was eine "Wurst" ist, und der Max hätte es
obendrein verdient gehabt, in eine solche verwandelt zu werden. Gesagt, getan, aber weil Soffi sich nicht
traute, den Max auf den Dachboden zu
holen, mußte eben Willi, der Bär, Versuchskaninchen spielen. Nun war es mit
den Zauberkünsten vonWilma jedoch noch nicht so weit her, als daß es gleich
beim ersten Mal klappen hätte können. Willi wurde klein und kleiner und
sogar zu einem Luftballon. Mit Hilfe eines ekligen Zaubertrankes gelang es
schließlich, Willi in eine wollige Wurst mit Augen zu verwandeln. Da
erschien die Oberhexe. Die forsche Soffi konnte sie aber von der Zauberkunst
der kleinen Wilma überzeugen und dann in die Flucht schlagen. Ein astreines
Happy-End also! Und wer böse Hexen verscheuchen konnte, der mußte auch keine
Angst mehr vor Max haben. Kein Wunder, daß dem Herrn Brunner zugerufen wurde
"es war wirklich eine Hexe da", als er es wagte zu behaupten, auf seinem
Dachboden gäbe es eigentlich soetwas gar nicht. Die Illusion war eben
wirklich perfekt.
Alexander Fischer