Presse zu "Saure Drops" (2)
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Schokolade, Pillen, Bier: Tilly und Friedrich machen Bekanntschaft mit Sachen, die süchtig machen. Foto: Simon Resch Suchtvorbeugung in der Grundschule: von Smarties, Aspirin und LottoscheinFriedrich schiebt sich die Pille rein | |
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WEISSENHORN. "Aspirin, Hustenmittel, Kopfwehpillen, Schlaftabletten." Die Viertkläßler spulen ihre Kenntnisse über Medikamente nur so ab. Beweis dafür, daß das Theaterstück "Saure Drops" des Münchner Potz Blitz Theaters ins Schwarze trifft. Die Puppen "Tilly" und "Friedrich", der "affengeile Punker", wie ihn ein Bub begeistert beschreibt, machen so ihre Erfahrungen mit Drogen aller Art. Friedrich schiebt sich ständig die Smarties mit den "Geheimcode-Farbstoffen" rein, seine Mutter hat immer irgendwelche Pillen in der Handtasche, Tillys Vater kann sich das Rauchen nicht abgewöhnen, und die Nachbarin jagt dem Lottoglück hinterher. "Suchtprävention in der Grundschule" haben sich die beiden Schau- und Figurenspieler Walter Brunner und Birke Lindner zum Thema gemacht. "Weil das Thema Medikamente bei Kindern immer wieder an uns herangetragen wurde, etwa von den Jugendämtern", sagt Birke Lindner. Auch Kreisjugendpfleger Reinhold Kwiedor hat Interesse am Thema und Stück gezeigt und die beiden in den Landkreis eingeladen. Am Montag und Dienstag rauschte Tilly auf ihren Rollschuhen in vier Grundschulen über die Bühne. In Weißenhorn waren neben den Viertkläßlern auch Eltern eingeladen. 30, vorwiegend Mütter, verfolgten, wie ihre Sprößlinge gespannt auf den Stühlen hin und her |
rutschten und eifrig Antworten gaben, wenn sie beispielsweise von Tilly gefragt wurden, welche Medikamente sie denn so kennen.
Und als auf der Bühne das Reklameschild "Mulgatol - Für die stärksten Typen der ganzen Schule" zu sehen ist, entfährt einem Mädchen "Des han I au drhoim".
"Hinterfragt werden soll, ob es sinnvoll ist, bei jeder eingebildeten oder tatsächlichen Krankheit und seelischem Wehwehchen oder Mangel zu einem Mittel zu greifen", heißt es im Programm zur Eigenproduktion des Potz-Blitz-Theaters, das sich aufklärerischen Kinder- und Jugendstücken verschrieben hat.
"Die Schüler waren beeindruckt", sagt Hermann Sandherr, Grundschulrektor
in Weißenhorn. Für ihn ganz wichtig: "Wir haben das Thema anschließend im Unterricht aufgearbeitet." Viele Kinder seien derzeit erkältet und sprühten sich Nasentropfen. Da sei schnell eine Diskussion in Gang gekommen, ob der altbewährte Kamillendampf nicht angebrachter sei, sagt Sandherr. Und von einem Schüler hat er erfahren, daß die Mutter jetzt bei Lebensmitteln nach den Farbstoff-Nummern guckt.
Als nächstes will der Schulleiter Lehrer und Eltern mit dem Psychologen der Beratungsstelle zusammen- |