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Presse zu "Ich bin der Boss!" (3)


Augsburger Allgemeine

"Stecker ziehen" - keine Chance für Gewalt in den Medien

Projekt „Gewaltprävention" in der Grundschule Hammerschmiede

Theater zum Thema Gewaltprävention in der Grundschule Hammerschmiede: Walter Brunner und Birke Lindner vom Potz-Blitz-Theater mit den Puppen August (gelb) und Karli.    Foto:Ruth Plössel

Hammerschmiede -flag-
Fernsehen, Videos und seine Filmhelden - das ist die Welt von August. "Ich bin der Boss!", ruft er im gleichnamigen Stück des "Potz Blitz Theaters" -und wer nicht mitmachen will, der gehört nicht zu seiner Bande. Lachen, lernen und die Schüler spielerisch an das Thema "Gewalt in den Medien" heranführen - darum geht es im Projekt der Grundschule Hammerschmiede. Im Mittelpunkt stehen dabei Gewaltprävention und eigene Erfahrungen der Kinder mit Film und Fernsehen.
"Gemütlich ist es nur da, wo mein Fernseher steht", findet Klappmaulfigur August. Seine Erlebniswelt ist Filme schauen und nachspielen - da ist es ihm auch egal, wenn sein Freund Karli viel lieber mit ihm ein tolles Lager aus Blechtonnen und einem alten Auto bauen möchte. "Gewalt und Medienverhalten, das ist ein brennendes Thema. Wir wollen die Schüler auffangen", erklärt Hedwig Jordan, Klassenlehrerin und an der Grundschule für Streitschlichtung und Intensivierung der Erziehung zuständig. Mit Hilfe der kommunalen Jugendarbeit, Lehrern, Eltern und dem Theaterstück, sollen sich die Schüler der ersten bis vierten Klasse mit diesem Problem auseinandersetzen.
Das interaktive Theaterstück zum Mitmachen kommt bei den Kindern an: "Zieht den Fernseher-Stecker!", rufen sie den Figuren auf der Bühne zu. Denn August, gespielt von Walter Brunner, kann nicht mit dem

umgehen, was er da in seinen brutalen Filmen sieht: Ständig kommandiert er seinen Freund Karli und das Mädchen Cleo will er schon gar nicht in seine Bande lassen. Bei einer Mutprobe verletzt August sie fast mit dem scharfen "Todes-Stern", den er aus einem seiner Kung-Fu-Filme kennt. "Wir wollen nicht in deine Bande!", rufen die Schüler im Publikum und erklären Birke Lindner, die Figur Karli spielt, was August ändern muss: "Weniger Fernsehen, mehr spielen und andere nicht herumkommandieren." Das finden auch die Freundinnen Simone, Whitney, Dilay, Lena, Katharina und Franziska aus der dritten Klasse: "Wir stimmen untereinander gerecht ab, was wir spielen. Bei uns ist jeder der Boss", sagen sie. Das Thema "Gewalt in den Medien" beschäftigt die Schüler: Nach der Aufführung malen sie im Klassenzimmer ein Bild über das Theaterstück und beschreiben ihre Eindrücke. Gerhard Bachmann von der kommunalen Jugendarbeit betreut diese Gespräche: "Wir wollen Lebenskompetenzen fördern und die Kinder beim Umgang mit Medien unterstützen."
Wie es richtig geht, zeigt das Theaterstück: Darin vertragen sich die drei Freunde am Ende wieder und finden einen Kompromiss. Ein schöner Schluss - das finden auch die Schüler: "Freunde sollen füreinander da sein", sind sie sich einig, "und zu viel Fernsehen - das ist überhaupt nicht cool."


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